Die Einsatzzahlen der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau-Kreis (NFS) bleiben unverändert hoch. Das berichtete deren Geschäftsführer, Michael Lobenhofer, seinen Einsatzkräften und den Vertretern von Stadt, Landkreis, Feuerwehr und Polizei, die sich zur Jahreshauptversammlung in der Ulmer Hauptfeuerwache eingefunden hatten. Der Chef der Notfallseelsorger aus der Region erinnerte an die 157 Einsätze von Jahresbeginn an, die teilweise auch in der Öffentlichkeit bekannt wurden. So versorgten gleich Anfang Januar Seelsorger die Betroffenen des Raubmordes am Ulmer Eselsberg. Im Mai verunglückte eine Gruppe österreichischer Feuerwehrleute auf der A8 bei Merklingen, die bis zur Weiterfahrt mit der örtlichen Feuerwehr gemeinsam betreut wurden. Im September gab es einen Großeinsatz für die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) in Schelklingen: Ein Gerüst stürzte im Silo eines Zementwerkes ein und begrub zwei Arbeiter unter sich. Acht Notfallseelsorger waren teilweise über Tage zur Betreuung im Einsatz. Auch beim Unglück einer Ulmer Schachtel und einem Todesfall während des Einstein-Marathons wurde die Notfallseelsorge von den Rettungsdiensten zur Unterstützung gerufen. Zunehmend war auch die Beteiligung an Feuerwehreinsätzen, wenn Wohnungen gebrannt hatten.

Um diese Aufgaben bewältigen zu können, sieht Lobenhofer die NFS gut gerüstet: Zwei neuen Einsatzkräften konnte er die Beauftragung durch den zuständigen Dekan überreichen, weitere sieben beginnen Anfang 2019 ihre Ausbildung. Um Feuerwehr und Rettungsdienst für ihre Arbeit zu stärken, bot die NFS erstmals eine Peer-Ausbildung an: „Im Oktober lernten 17 Einsatzkräfte von unserer Notfallpsychologin Anna Hruschka, wie sie bei belastenden Einsätzen direkt in ihren Organisationen den Kameraden zur Seite stehen können“ schilderte der Geschäftsführer.

Fünf Notfallseelsorger wurden von Lobenhofer aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Der Bereichsleiter für Einsätze, Markus Sautter, wurde in das Koordinationsteam gewählt. Er folgt der Langenauer Pfarrerin Rebekka Herminghaus nach, die nicht wieder kandidierte. Ulms Feuerwehrkommandant Hansjörg Prinzing lobte die Notfallseelsorger: „Die Notfallseelsorge ist nicht mehr wegzudenken; für die Einsatzkräfte und die Bevölkerung leisten Sie einen unverzichtbaren Dienst!“ Polizeidirektor Konrad Aichinger vom Revier Ulm-West meinte anerkennend, der Dienst für die Polizisten sei einfacher, weil sie wissen, dass sie die Notfallseelsorge in schwierigen Situationen unterstützt.

Foto: Amrei Groß


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